Wandern auf dem E5

Fortsetzung vom letzten Jahr: Von Holzgau über die Lechtaler Alpen nach Zams

Eine Bergwoche mit tragischen Erlebnissen. Von Bernd und Bärbel Münstermann

Nachdem wir lange auf günstiges Wetter gewartet hatten, bot sich Mitte Juli 2010 die Wetterlage an, den E 5 ab Holzgau fortzusetzen. Aufgrund des langen Anfahrtsweges haben wir uns den Abschnitt bis Madau geschenkt. Vom dortigen Alpengasthof Hermine ging es am folgenden Morgen bei strahlendem Sonnenschein das Parseier Tal aufwärts, bis der Weg uns scharf nach links in Richtung Memminger Hütte auf 2248 m führte.

Bis zur Hütte gab es Abwechslung durch einen schönen Wasserfall, und die Murmeltiere signalisierten, wer hier das Sagen hat. Endlich hatten wir unser Ziel erreicht. Abends graste eine Herde Gämsen unterhalb der Hütte.

Anderntags begann in der Früh der recht beschwerliche Aufstieg zur Seescharte (2600 m). Von hier hatten wir einen atemberaubenden Ausblick auf die umliegenden Lechtaler Alpen und ins Lochbachtal Richtung Zams im Inntal. Die Sonne brannte unerbittlich heiß und uns schwante schon ein mühsamer Abstieg bis ins Tal. Unterwegs hat Bärbel eine Frau soweit verarztet, dass sie, wenn auch unter Schmerzen, den Weg fortsetzen konnte (Anbruch im Fußbereich)

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Am Steilabhang kurz vor Zams ist unser Wanderfreund Günther auf unerklärliche Weise tödlich verunglückt. Wir hatten Ihn und seinen Freund in der Memminger Hütte kennengelernt. Beide waren uns vorausgegangen, nachdem wir vorher noch bei einer Rast "nimm 2"-Bonbons geteilt hatten. Bei den in solchen Fällen eingesetzten Sozialdiensten waren wir behilflich und haben dem Freund geholfen, dieses Ereignis zu verkraften (Mitteilung an die Ehefrau des Verstorbenen etc.)

Ein nächtliches Gewitter und die Vorhersage für die nächsten Tage haben uns gezwungen, die Wanderung zu diesem Zeitpunkt nicht mehr weiter fortzusetzen.
Es fehlte uns aber auch die Motivation, und wir brauchten Abstand von dem Ereignis. Leider gehören auch solche Erlebnisse zum Bergsteigen untrennber dazu.