Tourenbericht Wanderwoche in den Nördlichen Kalkalpen 2016

Juli 2016, Wanderleiter Lu Franzen

 

 

Nachdem wir, das waren Ursel, Maggie, Dieter, Thomas, Fritz, Christian, Anne, Monika und Lu gemeinsam mit dem Zug angereist waren, ist am Ziel noch Claudia dazugekommen, womit unsere Gruppe vollzählig war. In Kühtai war unsere Station die Dortmunder Hütte, von wo aus wir jeweils Tagestouren unternahmen. Die Hütte befindet sich auf knapp 2.000 m Höhe und bietet bereits einen schönen Blick auf den Stausee Längental und die umliegenden Berge. Beim ersten gemeinsamen Abendessen planten wir unsere Wanderungen.

 

Auf der ersten Wanderung bestiegen wir den Neunerkogel (2.642 m). Wir querten den Finstertalbach und erreichten den oberen Stausee Finstertal. Leider zog Nebel auf, so dass die Aussicht vom Gipfel etwas getrübt war.

 

Für den zweiten Tourentag nahmen wir uns den Pirchkogel (2.828 m) vor. Bei schönstem Sonnenschein führte uns der Weg über eine steile Serpentine hoch zum Schwarzmoos, aus dem dicke Kröten aufsprangen. Wir lernten viele Alpenblumen kennen: Frauenmantel, Taubenkropf-Leimkraut sowie Teufelskralle. Unterwegs begegneten uns hellbraune Haflinger-Pferde, die einen tollen Kontrast zu den matten, grauen Felsen bildeten. Wir kraxelten über Blockhalden und Blockgrate bis zum Gipfel hinauf. Während des Abstiegs badeten die Mutigsten von uns im eiskalten Gossenköllesee. Wieder unten angelangt, setzten wir uns nach dem leckeren 3-Gänge-Dinner auf die Terrasse und blinzelten zufrieden in die untergehende Sonne.

 

 

Da der dritte Tourentag ein sehr heißer, sonniger Tag war, legten wir einen „Ruhetag“ ein. Gemeinsam beschritten wir den Knappenweg und teilten uns dann in zwei Gruppen: die Badewütigen und die Gipfelstürmer! Die Badewütigen genossen die Erfrischung und den Schatten am Pochersee. Die Gipfelstürmer stiegen auf den nahegelegenen Zwölferkögele (2.229 m). Später trafen wir uns alle in der Unteren Iss Almhütte wieder und belohnten uns mit kühlen Getränken.

 

 

Den vierten Tag ließen wir ruhig angehen. Zunächst stapften wir durch eine Moorlandschaft in Richtung Wörgetalsattel und durchquerten das beeindruckende Mittertal. Auf dem Rückweg stürmten die Badewütigen in den 8 Grad kalten Wörgetalsee. Abends genossen wir rundgegessen bei guten Gesprächen den Sonnenuntergang auf der Terrasse.

 

Der fünfte Tourentag begann mit leichtem Nieselwetter. Unbeirrt gingen wir los. Der Weg zur Finstertaler Scharte (2.779 m) führte uns durch Hochtäler und Schneefelder. Die Berglandschaft ist schroff und schön. Oben angelangt hatten wir eine weite Aussicht. Längst war die Sonne hervorgekommen und so wurde der Rückweg zu einem wahren Genuss.

 

 

Am letzten Tag wanderten wir ein Stück durch den Ort, bevor es über Almwiesen bergan ging. Unterwegs übten wir die Kreuzpeilung mit Karte, Lineal und Kompass. An der Drei-Seen-Hütte (2.400 m) stärkten wir uns. Zurück an der Dortmunder Hütte überreichten wir dem Wanderleiter Lu Franzen ein selbstbemaltes T-Shirt als Erinnerung an die unvergessliche Woche, die gleichzeitig seine erste Tour als Wanderleiter war. Wir verbrachten den letzten gemeinsamen Abend mit Ratespielen und lachten viel. Am nächsten Tag kamen wir abends glücklich und voller Impressionen wieder in Minden an.

 

Vielen Dank an alle für die schöne Zeit – aber ganz besonders an Lu, der die Wanderung ermöglicht hat!