Klettersteigtour Gardasee 2016

Riva del Garde, die nördlichste Stadt am Gardasee, wurde der Stützpunkt unserer diesjährigen Tour. Unsere Gruppe bestand aus sechs Teilnehmern, Thomas, Beate, Andrea, Jörg, Ariane und ich (Dirk Kahmann). Nach einer langen Anreise bauten wir schnell unsere Zelte auf. Der Campingplatz lag direkt am See, so war es nach den Touren möglich noch schwimmen zu gehen.

Am ersten Tag stand erst mal eine kurze Theorieeinheit  auf dem Programm, damit alle für die Steige richtig vorbereitet waren. Der erste Steig war der „Sentiero deldav Colodri“, ein leichter B/C Steig, genau der richtige Auftakt zum Üben. Anschließend ging es in ein Flussbett, Ferrata Rio Sallagoni, Schwierigkeit C/D, mit zwei Drahtsteilbrücken und einer Burg am Ausstieg. Via dell`Amicizia, Schwierigkeit C, hieß der Steig am zweiten Tag. Ein langer Anstieg bis fast zur Kapelle Santa Barbara und von dort aus noch einmal 600 Höhenmeter steil bergauf. Der Steig ist gekannt für seine vielen Leitern, die längsten sind 70 und 80 Meter lang. Belohnt wurden wir mit einem grandiosen Blick auf Riva und den Gardasee.


Tag drei begann mit einer einstündigen Autofahrt ins Monte Baldo Gebiet. Der Kettersteig Via Ferrata Gerardo Sega, Schwierigkeit C, hatte wieder einen anderen Charakter. Eine lange Querung schien auf den ersten Blick unpassierbar, es gab Bänder wie in den Dolomiten und lange Anstiege. Nach den anstrengenden Touren fanden wir jeden Tag, zur Freude aller, immer eine Eisdiele oder eine Bar mit kühlen Getränken.

Am vorletzten Tag wollten sich zwei Teilnehmer lieber durch Riva bummeln als klettern. Die anderen machten sich auf nach Mori um einen D Klettersteig zu versuchen. Auf dem Monte Albano Klettersteig brauchten wir dann doch wesentlich mehr Armkraft als auf den anderen Steigen. Durch das Training der letzten Tage schafften es alle problemlos den Steig zu bewältigen.

Der letzte Tag sollte auch der anstrengendste  werden. Der Steig Ernesto Che Guevara, Schwierigkeit C, ist mit seinen 1200 Höhenmetern im Anstieg deutlich länger als die anderen. Es gab unterwegs kein Wasser und nur wenig Schatten und auch der steile, oft rutschige Waldpfad zurück in Tal war nicht zu unterschätzen.

Am Ende der Tour stellten wir fest das jeder Steig seinen besonderen Reiz hatte. Auch die Gemütlichkeit kam nicht zu kurz, abends wurde gegrillt aber Pizza gegessen, Wein getrunken und viel gelacht.
Am Abreisetag fuhren Jörg und Andrea direkt nach Hause, Beate brachte Thomas zur nächsten Baustelle nach Linz. Ariane und ich sind noch zwei am Gardasee geblieben.