Sachsensommer 2011

Im Spätsommer diesen Jahres erlebten wir ein paar unvergessliche Tage im Elbsandsteingebirge. Als Unterkunft diente eine urige Selbstversorgerhütte bei Bad Schandau.

Zu den Mindenern gehörten: Norbert Franzen, Willi Südmeier, Markus Smetan, Sören Limberg, Michael Zwahr, Steve Holmes, Kathi Sayer, Paul Olfermann und Leon Hoffmeyer.

Das Erlebnis einer „drei-Kletterergenerationen-Fahrt“ war schon etwas ganz Besonderes für uns alle, und als Gemeinschaftsfahrt unbedingt wiederholungsverdächtig!

Nach der Ankunft am Donnerstag abend begrüßte uns herzlich der „einheimische“ Lutz und seine Frau. Nachdem das ganze Gepäck zur Hütte getragen war, wurden bei ein paar Gertänken die wichtigsten Neuigkeiten erzählt und dann gingen wir erwartungsvoll schlafen.

Am nächsten Tag starteten wir früh in das Bielatal und erreichten nach einem kurzen Fußmarsch den Zustieg. Lutz erklärte uns noch einmal die wichtigsten Techniken wie z.B. das Legen von Sanduhren. Danach ging es auch schon los.

Nachdem Norbert die erste Route vorgegangen war, konnten wir als eher unerfahrenes Grüngemüse endlich zum ersten mal in einem der schönsten Klettergebiete Deutschlands die Hände an den Fels legen. Ein tolles Gefühl! Nach herrlicher Kletterei weit über den Bäumen in der Sonne und einem Stündchen im Resturant machten wir uns euphorisch wieder auf den Weg zurück zur Hütte.

Am zweiten Tag ging es wieder recht früh los. Diesmal führte ein ordentlicher Marsch durch den Wald zu wunderschönen Aussichtsplätzen und die Himmelsleiter hinauf, bis wir schließlich nach längerem Suchen zwei traumhafte Routen am Kuhstall erreichten. In zwei Gruppen traten wir den Sturm nach oben an. Während die ersten Seillängen noch von den Älteren vorgestiegen wurden, trauten wir uns dann auch mal. Das Gefühl alles „Im Griff“ zu haben war überwältigend.

Am dritten und letzten Klettertag wagten wir uns an den Südriss im Falkenstein. Nach einigen misslungenen Versuchen in der ersten Seillänge gelang uns diese und wir konnten die Route bis einschließlich der dritten Seillänge vorsteigen. Tragischerweise gab es dann einen kleinen Zwischenfall. Während Markus die erste Seillänge nachstieg verklemmte sich das neue Kletterseil in einem Riss. Es war schlichtweg nicht möglich es dirket los zu bekommen, was Markus zwang noch etwas in der Wand zu pausieren. Als wir wieder alle unten waren, starteten wir unsere Seilbefreiungsaktion. Wir versuchten es mit ziehen, schlagen und zuletzt mit mehreren Baumstämmen, doch als alles nichts half, mussten wir es zuletzt doch durchschneiden. Immerhin haben wir jetzt zwei vernünftige neue Seile für unsere Halle hier in Minden.

Nach dieser nicht ganz vollendeten aber doch sehr schönen Route und diesem tragischen Verlust ließen wir den Abend noch in einem kleinen tschechischen Restaurant bei Kartoffelknödeln, Schnitzel und Apfelkuchen ausklingen.

 Am folgenden Tag regnete es in Strömen, was uns einen tollen Tag in Dresden bescherte. Wir bestaunten vor allem die Frauenkirche, die Kreuzkirche und den wunderschön angelegten Zwinger.

Nach ein paar erfüllten Tagen in schöner Gemeinschaft, machten wir uns dann zufrieden und dankbar auf den Weg nach Hause.

Text: Leon Hoffmeyer
Bilder: Paul Olfermann